Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Leber

 

 

Julius Leber

 

Bronzetafel im Foyer der Julius-Leber-Schule Breisach

Kurzbiographie von Julius Leber 1891 – 1945


Julius Leber wuchs in Biesheim im Elsaß auf. Er wurde unehelich geboren, doch später von dem Mann seiner Mutter adoptiert. Seine außergewöhnliche Begabung fiel bereit in der Schule auf. Nach dem Besuch der Dorfschule im Elsaß, wechselte er auf die Realschule in Breisach, die er erfolgreich abschloss.

Danach begann Julius Leber mit einer Lehre in einem Tapetengeschäft. Ab dem Jahre 1912 besuchte er die Oberrealschule in Freiburg, um dort sein Abitur zu machen. Sein Lebensunterhalt musste er sich bereits in jungen Jahren selbst verdienen.

Später begann er sein Studium der Nationalökonomie in Freiburg und Straßburg. Während des ersten Weltkrieges unterbrach er sein Studium, um als Kriegsfreiwilliger auf deutscher Seite zu kämpfen.

1920 schrieb Julius Leber seine Doktorarbeit.

1921 arbeitete Leber als Redakteur bei der sozialdemokratischen Zeitung „Lübecker Volksbote“.

1921 wurde er bereits Bürgerschaftsabgeordneter und 1924 Reichstagabgeordneter für Lübeck-Mecklenburg.

Julius Leber kämpfte kompromisslos für die Rechte des einfachen Mannes gegenüber der damaligen Patrizierherrschaft ein.

1933 veränderte sich alles. Als Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, begann der Druck auf die Republikaner größer zu werden. Julius Leber war auch eines der Opfer. Die NS-Justiz verurteilte Julius Leber wegen Körperverletzung und stellte ihn unter Schutzhaft. Nach seiner Schutzhaft kam er in die

Konzentrationslager Esterwegen und Sachsenhausen. Dort wurde er sehr grausam behandelt z.B. durch drei Monate Dunkelarrest.

Ohne die Unterstützung seiner bereits 1927 geheirateten Frau Annedore Rosenthal und seine beiden Kinder Katharina und Mathias, hätte Julius Leber diese schwere Zeit wahrscheinlich nicht durchgestanden.

1937 wurde er überraschend aus dem Konzentrationslager entlassen und lebte zusammen mit seiner Familie in Berlin.

1940 suchte er Kontakt zur Wehrmachtsführung und lernte Claus Graf Schenk von Stauffenberg kennen. Er hatte in der Folgezeit Kontakt zu Carl Friedrich Goerdeler und zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke. In den Putschplänen des Kreises um Stauffenberg war Leber als Innenminister vorgesehen. Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg setzte sich für ihn als zukünftigen Kanzler ein. Sein bürgerlicher Mitverschwörer Hans Bernd Gisevius betrachtete ihn dagegen als zu weit links stehend. Leber wurde bereits am 5. Juli 1944, also vor dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944, von der Gestapo verhaftet. Ende Juni 1944 hatte er zusammen mit Adolf Reichwein an einer Besprechung mit drei hochrangigen Vertretern der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation teilgenommen, die aber höchstwahrscheinlich einen Spitzel der Gestapo in ihren Reihen hatten. Am 20. Oktober fand vor dem Volksgerichtshof ein Schauprozess gegen Leber, Adolf Reichwein, Hermann Maaß und Gustav Dahrendorf statt. Leber wurde zum Tode verurteilt, das Urteil am 5. Januar 1945 in Plötzensee vollstreckt. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof Zehlendorf.