Ein in vielerlei Hinsicht besonderer Jahrgang verlässt die Julius-Leber-Schule Breisach: Die Gemeinschaftsschule verabschiedet dieses Jahr zum ersten Mal einen Jahrgang mit klassischem Realschulabschluss und Versetzung im erweiterten, im gymnasialen Niveau. Nun hat die Julius-Leber-Gemeinschaftsschule alle Klassenstufen einmal durchlaufen und somit Erfahrung mit allen drei Schulabschlüssen, die an einer Gemeinschaftsschule abgelegt werden können.

Die Abschlussfeier konnte in äußerst würdevollem Rahmen auf dem Festspielgelände des Münsterbergs stattfinden. An der frischen Luft mit Abstandsgebot und Hygienevorgaben konnte in diesem schönen Ambiente, dem Anlass angemessen, gemeinsam gefeiert werden. Die Pandemiebedingungen machten bereits das letzte Schuljahr für die Abschlussschüler*innen der Klassen 9 (Hauptschulabschluss) und 10 (Realschulabschluss und Versetzung im gymnasialen Niveau in Klasse 11) sehr besonders: Präsenzunterricht mit Hygieneauflagen, Wechselunterricht, Maskenpflicht, Kohortentrennung, Fernunterricht, viele Videokonferenzen, indirekte Testpflicht – sieben auf einen Streich – wie im Märchen „Das tapfere Schneiderlein“, welches bei den Breisacher Festspielen aktuell aufgeführt wird.

Nach einer Andacht des Dekans Oliver Münch begrüßten die Schülerin Yara Kienzler und der Schüler Christoph Engist die Gäste. Yara und Robert Wick führten weiterhin durch das Programm. Umrahmt wurde dieses durch die Lehrerband sowie durch die selbst gestalteten (Playback-) Musikbeiträge der Klassen 9 und 10. Herr Bürgermeister Rein sprach die feierlichen Grußworte. Er verglich die Heranwachsenden mit jungen Adlern, mutig, kraftvoll, neugierig, voller Tatendrang, aber vielleicht noch etwas auf der Suche nach dem, was wirklich wichtig ist. Er betonte, wie sehr die Gesellschaft die jungen Menschen braucht, nicht nur als Arbeitskraft, auch im Ehrenamt, in den Vereinen und in der Kommunalpolitik.

Der ehemalige Schulleiter Siegmund Früh war gekommen und brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass das „Projekt“ Gemeinschaftsschule, für das er vor sechs Jahren gemeinsam mit Frau Bastian-Weber den Weg geebnet hatte, nun als etablierte Schulart in allen Klassenstufen ihre ersten Schulabgänger*innen beglückwünscht. Er wies auf ein breites Interesse an der Schulart hin, welches auch in Schulbauprojekten anderer Gemeinden sichtbar werde.

Die Schulleiterin, Ellen Bastian-Weber, dankte allen Beteiligten – den Lehrkräften, den Ganztagesmitarbeiter*innen, dem Freundes- und Förderverein der Schule, den Sponsoren (Artur-Uhl-Stiftung, Badenova, Volksbank Breisgau-Markgräflerland, Sparkasse Staufen-Breisach), der Stadt Breisach sowie ganz besonders den Eltern für ihre Unterstützung. Sie wies auf wichtige Kompetenzen für das Leben hin und zog während Ihrer Ansprache immer wieder Parallelen zum Theaterstück, in dessen Kulissen die Feier stattfand, dem tapferen Schneiderlein. Die Absolvent*innen sollten ebenso tapfer, selbstbewusst und optimistisch ins Leben gehen.

Die Elternbeirätin, Frau Kienzler, erinnerte an die Fußball-EM und riet dazu, sein Ziel, das Tor, nicht aus den Augen zu verlieren, dabei auf die Mitspieler zu achten und bestenfalls im Team zu spielen. Und wenn ein Schuss mal danebengehe, den Kopf nicht hängen zu lassen, sondern es einfach nochmal zu probieren.

Nach einer persönlichen Ansprache der Klassenlehrkräfte, Bastian Fritzsch (9a) und Daniel Kreisl (10), in denen sie mit Weggefährten auf die vergangenen Jahre blickten, erhielten die Schüler*innen ihre Zeugnisse. Ganz entsprechend dem Hygienekonzept und der Parallele zum tapferen Schneiderlein, wurde ihnen mit einer Fliegenklatschen-Hand gratuliert.

„Sieben auf einen Streich“ galt auch bei der Würdigung der besten Schülerleistungen:

In Klasse 9 erhielten Robert Wick, Vivienne Sacherer und Marius Wilczek für ihre guten Leistungen einen Preis. In Klasse 10 waren es beim Realschulabschluss Jasmin Schill, Abdurrahman Ceken und Christoph Engist, sowie Denisa Tache im gymnasialen Niveau.

Je ein Technikpreis wurde Leonie Rommler und Oliver Juds durch Techniklehrer Ulf Binder verliehen. Sonja Haßelkus erhielt einen Sozialpreis und schließlich Denisa Tache nochmals einen „Ehrenpreis“. In ihrer gymnasialen Versetzung erzielte sie abschließend in Klasse 10 einen Notendurchschnitt von 1,1. Im Französisch-Sprachenzertifikat des Centre Culturel erhielt sie im B1-Niveau ein überdurchschnittliches Ergebnis. Eine große Begabung in Kunst wie auch Musik zeichnet sie ebenfalls aus.